
Bachfest 2003 am 28. September 2003 in Gunzenhausen

Beim ersten
großen Familientreffen seit dem Jahr 1928 in Gunzenhausen stand die
Familienforschung im Mittelpunkt
Die Wiege der Bach-Sippe steht in Sausenhofen
Teilnehmer gedachten des Urahns der Familie, Hans Bach geb.
14.03.1603 in Burk
Gisela Bach
(Toronto) und Ernst Bach (Sammenheim) bereiteten das
Treffen vor
GUNZENHAUSEN – Die Sippe der Bachs, ein alteingesessenes fränkisches
Bauerngeschlecht, blickte bei ihrem jüngsten Familientreffen auf eine lange
Tradition zurück. Gleichzeitig wurde des 400. Geburtstags von Hans Bach, dem
Urahn der Familie, gedacht.
Über hundert Teilnehmer hatten sich im Gunzenhäuser Hotel „Krone“
eingefunden, unter ihnen Landrat Georg Rosenbauer, in dessen Stammbaum
ebenfalls der Name Bach auftaucht.
Wie ein Blick in die Familienchronik zeigt, ist es über 375 Jahre her, dass
Hans Bach, geboren 1603 in Burk am Hesselberg, nach Gunzenhausen
übersiedelte. Er war hier in der Folgezeit bei Bürgermeister Georg Bauer im
Dienst. Dieser betrieb eine Bäckerei mit Wirtschaft und Brauerei. 1635
heiratete Hans Bach Veronika Funk aus Frickenfelden. Anno 1638 erwarb er in
Gunzenhausen das Bürgerrecht.
Nachdem das Leben in der Stadt immer schwieriger wurde, zogen viele Familien
von hier aufs Land, wo viele Höfe leer standen und man sich durch seiner
Hände Arbeit eher ernähren konnte. Hans Bach wechselte 1640 von Gunzenhausen
nach Sausenhofen, wo er und seine Frau mit Söhnchen Daniel eine neue Heimat
fanden und dort den Freibauernhof erwarben. Hans Bach starb 1680 und seine
Frau Veronika 1673 in Sausenhofen.
Der Hof ging an Sohn Daniel über. Viele der Nachkommen leben heute noch im
Altmühltal, aber auch im übrigen Bayern sowie in Niedersachsen, Hessen und
sogar in Kanada. In Sausenhofen waren mehrere Gehöfte und Anwesen in
späteren Generationen im Besitz der Familien Bach, unter anderem die Mühle,
der heutige Bahls, der Schwab, der Hanselhof (heute Stör) und die
Gastwirtschaft.
Vom Hanselhof, den Daniel Bach 1695 erwarb und somit etwa 300 Tagwerk Feld
besaß, stammen die heutigen Bachs samt allen Nachfahren, die in weiteren
Generationen schon einen anderen Namen tragen, ab. Stöbert man weiter in der
Geschichte, so stößt man in der Lindauer Gegend auf den Sippen-Namen. Dort
wird bereits um das Jahr 1200 ein Olricus Pach erwähnt.
Gisela Bach, deren Vorfahren aus Sausenhofen stammen, lebt seit 25 Jahren in
Toronto (Kanada) und widmet sich der Familienforschung. Via Internet machte
sie die Bachs im hiesigen Raum ausfindig. Unter anderem stieß sie auch auf
Ernst Bach aus Sammenheim, der ebenfalls fleißig Ahnenforschung betrieben
hat und ihr persönlicher Ansprechpartner vor Ort war. Von Kanada aus
bereitete Gisela Bach zusammen mit Ernst Bach das Zusammentreffen in der
„Krone“ vor. Nach gründlicher Vorbereitungszeit wurden die Orte Sausenhofen
und Gunzenhausen, der Ursprung der noch heute lebenden Bachs, ausgewählt.
Mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Michael in Sausenhofen,
gehalten von Pfarrer Martin Gölkel, begann der Festtag. Gölkel ging nach
seiner Predigt auf die Sausenhöfer Kirche ein, wo einst die Vorfahren der
Bachs in ihrem Glauben geprägt und gestärkt wurden. Im Anschluss an den
Gottesdienst wurde Sausenhofen besichtigt und dabei speziell die Anwesen der
heutigen Familien Stör, Kreß, Bahls und Schwab, auf deren Gehöften früher
die Bachs lebten. Wilhelm und Erna Bach von der Gaststätte können mit
Tochter Karin Wittmann (geb. Bach) stolz auf ihre Bach-Linie zurückblicken,
denn sie sind die letzten, die in Sausenhofen diesen Namen tragen.
Der Festsonntag setzte sich in Gunzenhausen fort. Gisela Bach stellte bei
dieser Gelegenheit ihre Website, die sie im Internet präsentiert, vor
(http://members. rogers.com/ghbach). Hier hat sie alles,was bisher über die
Sippe Bach zu finden war, zusammengetragen. Ältester Teilnehmer war der
92-jährige Wilhelm Bach. Sein Vater wurde in Westheim geboren. Wilhelm Bach
lebt heute mit seiner Frau in Germering bei München. Ernst Bach aus
Sammenheim, dessen Vater aus Sausenhofen stammt, blickte auf seine
Sammenheimer Linie zurück.
Als Dankeschön für die viele Arbeit überreichte er an Gisela Bach, die in
Sachen Familienforschung sehr viel getan hat, einen Keramikteller mit der
Kirche von Sausenhofen.
Die vorangehenden Familientreffen waren 1927 in der „Bürgerstube“ in
Gunzenhausen und 1928 im Gasthaus Bach in Sausenhofen, vermutlich beide vom
Ehrenbürger und Heimatforscher Hans Bach aus Gunzenhausen organisiert.
Dem Altmühl-Boten von damals ist Folgendes zu entnehmen: „Wenn man vom
Bauern sagt, dass er an der Scholle klebt, so gilt dies auch von den Bach.
Es ist ein echtes, bodenständiges Frankengeschlecht. Das Altmühltal ist seit
600 Jahren seine Heimat gewesen und bis auf den heutigen Tag geblieben“.
Aus ganz Deutschland kamen die Bach-Nachkommen zum jüngsten Familientreffen.
Aus dem hiesigen Raum waren Gäste aus Leutershausen, Westheim, Pagenhard,
Treuchtlingen, Auhausen, Oettingen, Heidenheim, Mooskorb, Sausenhofen,
Wettelsheim, Aha, Lichtenau, Unterwurmbach, Sammenheim, Dittenheim, Alesheim
und Meinheim gekommen.
Der jüngste Teilnehmer war Lennart Bach aus Sprendlingen (Dreieich) mit elf
Monaten. Die vielen Anwesenden zeigten sich erfreut über so ein
internationales Familientreffen und waren der Meinung, in den kommenden
Jahren wieder ein Sippentreffen zu organisieren.
HELMUT BACH